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Stellungnahme der FDP zum Entwurf des Haushaltsplans 2011
(es gilt das gesprochene Wort)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Robert Wenking,
liebe Ratsmitglieder,
Angehörige der Verwaltung und
Vertreter der Medien
Seit letztem Jahr, also 2010, befindet sich die Stadt Horstmar in der
Haushaltssicherung.
Haushaltssicherung – was heißt Haushaltssicherung?
Wikipedia sagt:
- Ein Haushaltssicherungskonzept ist nach den Gemeindeordnungen der
einzelnen Bundesländer erforderlich, wenn der Haushalt einer Kommune
nicht ausgeglichen werden kann. -
Um allen eventuellen Plagiatsvorwürfen vorzubeugen, betone ich
ausdrücklich, daß die Definition aus Wikipedia stammt und ich diese nur
wiedergebe.
Was bedeutet das für uns?
Da der Haushalt bis spätestens bis 2014 wieder ausgeglichen werden soll,
müssen wir sparen. Aber nicht an falscher Stelle.
Nicht sparen wollten wir bei den sogenannten „Freiwilligen Leitungen“!
Darüber bestand und besteht Übereinstimmung bei allen Ratsmitgliedern.
Wir müssen sparen - sparen -- aber wo?
Vor uns liegen noch große Projekte.
Zum Beispiel die Mensa
• Im Haushaltsplan 2010 waren für die Mensa 500.000 € eingeplant.
• Eingeplant war ebenfalls der Zuschuß des Landes in Höhe von 100.000 €.
Ob Horstmar diesen Landeszuschuß überhaupt bekommt, ist mehr als
fraglich.. Damit weiter zu planen,
erscheint uns wenig seriös.
• Im Haushaltsplan 2011 sind weitere 100.000 € veranschlagt.
Inzwischen steht auch schon die Summe von 650.000 € im Raum?! Und
weitere Kosten sind nicht
ausgeschlossen.
Nochmals klarstellen möchte ich an dieser Stelle, daß auch die FDP für
die Einrichtung einer Mensa
ist. Unzweifelhaft stärkt eine Mensa den Schulstandort Horstmar.
Um nicht über das Ziel hinauszuschießen, sollten wir vielleicht unsere
Ansprüche nicht zu hoch
schrauben.
Dann beschäftigt uns immer noch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses
/ Bauhof.
Wie wir alle jeden Tag sehen können, herrscht seit Monaten Stillstand
auf der Baustelle.
Wenn wir den Informationen, die uns der Bürgermeister vorträgt, Glauben
schenken, sollen bis April
die Arbeiten wieder aufgenommen werden.
Aber bereits jetzt entstehen der Stadt jeden Monat zusätzliche Kosten.
z. B. für die Unterbringung des Bauhofes. Dafür liegen der Verwaltung
doch sicher konkrete Zahlen vor!
Und wie steht es mit Zinsen für die Bereitstellung der Baufinanzierung?
Auch hier müßten doch konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen.
Diese durch die Bauverzögerung bisher zusätzlich entstandenen Kosten
müßte die Stadt unverzüglich beim Verursacher einfordern. Denn
unstrittig ist wohl, daß dessen Verhalten zweifelsfrei grob fahrlässig
war.
Die schwammige Aussage, daß die Stadt „da noch rangehen will“ genügt
nicht.
Wollen wir mit unseren berechtigten Schadensersatzansprüchen am „Ende
des Tages“ an letzter Stelle stehen oder gar leer ausgehen?
Wer wird dann für den Schaden aufkommen?
Muß dann der Steuerzahler dafür geradestehen? Sollen unsere Bürger dafür
bluten?
Es ist nicht so, daß die Verwaltung sich nicht bemüht hätte.
• Es fand eine Umstrukturierung innerhalb der Verwaltung statt. Aus vier
Fachbereichen wurden drei.
Hat diese Maßnahme zu Einsparungen geführt? Bislang sind jedenfalls keine
ersichtlich.
• Im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit fand eine Auslagerung der
Stadtkasse nach Neuenkirchen statt.
Eine zweijährige Probephase wurde beschlossen. Danach werden wir
wissen, ob und wie viel Einsparung uns das
bringt. Zurzeit sehen wir nur Kosten. Eine Einsparung ist also auch
hier nicht ersichtlich.
Nicht das hier der falsche Eindruck entsteht:
Auch wir sind für interkommunale Zusammenarbeit.
Wenn sie für alle Beteiligten sinnvoll ist und richtig eingesetzt wird.
Einen Haushalt kann man nicht nur durch Sparen konsolidieren, sondern
auch durch Einnahmen. Dazu müssen die Hebesätze angehoben werden. Hier
plant die Stadt sogar über das vom Kreis vorgegebene Maß hinaus.
Das kommt mir vor, wie es die Bundesregierung bei EU-Vorgaben handhabt:
„Immer noch einen draufsetzen“.
Diese zusätzlichen Anhebungen sind nach unserer Einschätzung sub-obtimal.
Zum Einen steigen die Belastungen der Zahler überproportional. Zum
anderen werden erneute Erhöhungen, falls später nötig, erschwert.
Auch hier gilt es, Augenmaß zu bewahren.
Oder glaubt jemand der Anwesenden ernsthaft, daß nach Erreichen eines
ausgeglichenen Haushalts die
Hebesätze auf das empfohlen Maß zurückgenommen würden?
Lassen sie mich zum Schluß noch auf einen weiteren Punkt kommen.
Im Gegensatz zu den Bundestagsabgeordneten, die ihre Diäten ständig
erhöhen, hatte die FDP Horstmar beantragt, die Pauschalvergütung der
Kommunalpolitiker (Aufwandsentschädigung) auf die „Spitzabrechnung“
umzustellen. Der Einsparungsumfang könnte nach Berechnung der Verwaltung
bis zu 9.000 € im Jahr betragen. Allerdings ist dabei noch nicht der
administrative Verwaltungsaufwand berücksichtigt, sodaß diese Zahl
möglicherweise nach unten zu korrigieren wäre.
Gleichwohl sind wir der Auffassung, daß zumindest versuchsweise für das
laufende Haushaltsjahr die Umstellung vorgenommen werden sollte, um dem
Bürger zu zeigen, daß in Zeiten leerer Kassen alle den Gürtel enger
schnallen müssen.
Eigentlich habe ich noch nicht wirklich alle Vorhaben angeführt.
Trotzdem werde ich zum Schluß kommen.
Schon die hier aufgezeigten wenigen Beispiele zeigen, daß nicht
konsequent und nur unzureichend vorhandenes Einsparpotential genutzt
wird.
Die FDP Horstmar kann dem Haushaltsplan 2011 nicht zustimmen.
Wir bedanken uns bei Bürgermeister Robert Wenking, dem neuen Kämmerer
Georg Becks sowie allen Mitarbeitern der Verwaltung für ihre
Unterstützung.
Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.
Gabriela K. Pansegrau
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